A k t u e l l e s
Mittwoch, 19. März 2025, 19:00 Uhr Mehrzweckhalle in Kraichtal-Menzingen
Sachliche Diskussion zu neuem Solar-Thema im Kraichgau

Solarstromanlagen sind inzwischen eine weit bekannte Sache. Weniger bekannt im Kraichgau sind heute jedoch noch Solarstromanlagen auf der freien Fläche, sogenannte Freiflächen-Solarstromanlagen. Zu diesem Thema bot der Initiativkreis Energie Kraichgau am vergangenen Mittwoch in Kraichtal-Menzingen einen Infoabend an.
Die über 70 Besucherinnen und Besucher wurden zunächst von Florian Becher vom Verein SolarCluster Baden-Württemberg zum Thema hingeführt. Becher zeigte die Notwendigkeit des Ausbaus der unendlich verfügbaren Energien und dessen Fortschritte auf. Dann wurden die Vorteile der Freiflächenanlagen gegenüber den Anlagen auf Gebäuden dargestellt. Vor allem die schnelle Verwirklichung dieser Anlagen und der nochmals günstigere Stromgestehungspreis sprechen dafür. Demgegenüber steht der Flächenbedarf, den diese Anlagen haben.
Als Lösung stellte Becher dann als spezielle Form der Freiflächen-Solarstromanlagen die sogenannte „Agri-PV“ vor. Diese Art der Photo-Voltaikanlagen (PV) beanspruchen maximal 15% der Grundflächen auf den Äckern und ermöglichen somit weiterhin die landwirtschaftliche Nutzung auf den restlichen 85% der Flächen.
Robin Köhnlein vom Solarprojektierer arteus in Karlsruhe, der sich genau auf diese Art der Freiflächen-solarstromanlagen spezialisiert hat, zeigte dann anhand des derzeit in der Planung befindlichen Projektes in der Weierbachsiedlung in Kraichtal-Menzingen die mögliche Umsetzung auf. Vor allem auf die Technik und die mögliche Vermarktung des recht bedarfsgerecht erzeugten Solarstroms ging Köhnlein ein.
Da die landwirtschaftliche Bewirtschaftung einer solchen Agri-PV Fläche nicht mehr 1 zu 1 wie zuvor möglich ist, wird dieser Punkt einer der wichtigsten an diesem Abend. Herr Vortmann vom Hof am Seeberg in Kraichtal-Gochsheim zeigte deshalb auf, in welcher Art und Weise dies möglich ist. Neben der angepassten Fruchtfolge und im Zusammenhang mit den zum Einsatz kommenden kleineren Geräten sei dies zwar herausfordernd, aber machbar.
Vor allem betonte Vortmann auch, dass dies ein schönes Projekt sei, an dem dann alle Beteiligte auch noch einiges für die weitere Zukunft dieser nachhaltigen Art der Stromerzeugung im Kraichgau lernen könnten. Denn das letzte Projekt dieser Art, sollte das vorgestellte in der Weierbachsiedlung nicht bleiben. „Es gibt weitere Flächen, auf denen diese Anlagen möglich sind“ war zum Beispiel die Aussage anderer anwesender Landwirte. Auf alle aufgetretenen Fragen aus dem Publikum gaben die drei Referenten im Anschluss fachkundig ihre Antworten.

Referent Florian Becher

Florian Becher hat seinen Master in Bioeconomy und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Hohenheim und Freiburg abgeschlossen. Ein zentrales Thema seines Studiums war der Flächennutzungskonflikt zwischen landwirtschaftlicher Anbaufläche und der Nutzung für Solarparks.
Während seines Studiums arbeitete er als Hilfswissenschaftler am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und beschäftigte sich mit verschiedenen Möglichkeiten, den Ausbau von Photovoltaik – insbesondere Freiflächen- und integrierte PV-Anlagen – voranzutreiben. Dabei analysierte er, wie diese zur Klimaneutralität bis 2045 beitragen können und welche wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte dabei eine Rolle spielen.
Inzwischen arbeitet Florian Becher als Projektleiter beim Solar Cluster Baden-Württemberg e. V., wo er sich für den weiteren Ausbau der Photovoltaik im Land einsetzt. Unter anderem ist er für das PV-Netzwerk in der Region Ostwürttemberg als PV-Berater von Bürger*innen, Kommunen, Landwirt*innen und Unternehmen aktiv.
Referent Robin Köhnlein

Robin Köhnlein studierte Elektrotechnik und Informationstechnik am Karlsruher Institut für Technologie mit dem Schwerpunkt Energietechnik und Energiemärkte. Bereits während des Studiums befasste sich Robin Köhnlein ausführlich mit der techno-ökonomischen Auslegung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen und arbeitete u.a. bei der EnBW AG an der Planung sowie Realisierung von Photovoltaikprojekten inkl. Grünstromvermarktung.
Seit 2022 ist Robin Köhnlein als Projektentwickler und Projektleiter bei der Arteus Energy GmbH in Karlsruhe tätigt und setzt sich dort für den Ausbau der Agri-Photovoltaik in Deutschland ein.
Hierbei steuert er Agri-PV-Projekte bei der technischen Auslegungsplanung sowie im baurechtlichen Genehmigungsprozess und stellt in Absprache mit kooperierenden Landwirt*innen sicher, dass die Agri-PV-Anlagen Landwirtschaft und Grünstromerzeugung synergetisch auf derselben Fläche vereinen.
Dienstag, 20. Mai, 19:30 Uhr Vereins-Treffen in Oberacker
Sängerstube, Ringstraße 12, 76703 Kraichtal-Oberacker.
- Was war?
- Was planen wir für die kommenden Monate?
- Wer macht wobei aktiv mit?
Mit der Hoffnung auf viele Antworten hierzu,
herzliche Einladung zu diesem Treffen.
Urgewald-Doku bei der VHS Bretten am 25.02.2025
Der Film wurde von über 60 begeisterten Zuschauern besucht.
Eindrucksvoll wurden die Erfolge von urgewald aufgezeigt. Der Film kann auch als DVD erworben werden.
Bericht der BNN vom 19.2.2025 zur Kandidaten-Diskussion

Regelmäßige Vereins-Treffen in 2025
Immer Dienstags, 19:30 Uhr
Sängerstube in Kraichtal-Oberacker, Ringstraße 12.
25. Mai / 15. Juli / 16. September / 24. November
... der begehbare Klimafieber-Zeitstrahl im öffentlichen Raum
Eine Initiative unseres Vereins: mehr Details unter ...

Ausschnitte aus dem 30 m langen Bodenteppich
Ansprechperson: R. Oberbeck / Kraichtal
Rückblick:
Energie-Wende-Messe in Bretten 2024
Auch 2024 fand wieder eine EWM statt. Veranstalter waren NABU Bretten, Omas for Future und IEK sowie die Stadt Bretten.
Näheres unter Energie-Wende-Messe.de